Die Kunst der Berührung

Berührungsqualität ist eines der wertvollsten und schönsten Themen in der ganzheitlichen Körperarbeit. Berührung ist eine besondere Form der Kommunikation und des Kontakts, die auch jenseits von Worten wirksam ist. Sie ist die Sprache, die das Leben berührt und Energie zum fließen bringt.

 

Manchmal gelingt es. Dann sind meine Berührungen liebevoll und achtsam, dann wohnt ihnen etwas Zärtliches inne, etwas Staunendes, etwas – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – Begreifendes. Egal, ob ich einen anderen Menschen berühre, eine Baumrinde, einen Stein, den Boden oder einen „unbelebten“ Gegenstand: Ein solcher achtsamer Kontakt trägt Ehrfurcht und Liebe in sich.

Dann wieder geschieht es, dass meine Berührungen grob sind. Unbewusst, schlampig, unachtsam. Manchmal bin ich dann auch tollpatschig, laut und ungeschickt. Im Nachhinein  – sofern mir meine Unachtsamkeit überhaupt bewusst wird – kommen mir diese Berührungen fast gewaltvoll vor.

Achtsam muss nicht langsam sein – und auch nicht immer sanft

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass wir uns in Zeitlupe bewegen müssten, wenn wir achtsam sein wollen. Es stimmt natürlich, dass Achtsamkeit zur Entschleunigung beiträgt, und dass wir umgekehrt achtsamer werden, wenn wir bewusst entschleunigen. Aber auch energische, schnelle, kraftvolle Bewegungen und Berührungen können bewusst und achtsam sein.